
Neben der Freiheitsstatue ist das Empire State Building
wohl das bekannteste Bauwerk New Yorks. Jetzt soll das 78 Jahre alte
Art-Deco-Gebäude für 20 Millionen Dollar zum klima-freundlichen Wolkenkratzer
umgebaut werden.
Mit einem Stromverbrauch von 40 Millionen Kilowattstunden
pro Jahr gehört das derzeit höchste Haus New Yorks nicht gerade zu den
Energiesparwundern. Das soll sich nun ändern: Ziel ist es, den Energieverbrauch
durch die Sanierung um 38 Prozent zu senken. Bei der Bürofläche von 260.000
Quadratmetern ergibt das eine Ersparnis von 105.000 Tonnen CO2 und
4,4 Millionen Dollar Energiekosten jährlich.
Vor kurzem startete das umfangreiche Renovierungsprojekt unter
der Schirmherrschaft des ehemaligen US-Präsident Bill Clinton. "Wir
hoffen", sagte der ehemalige Präsident, der die von ihm gegründete Clinton
Climate Initiative vertrat, "dass diese Sanierung als Modell für ähnliche
Projekte weltweit dienen wird."
Das Gebäude wird ohnehin für eine halbe Milliarde Dollar
bis zum Jahr 2013 auf den neusten Stand gebracht, da bot sich ein
umweltgerechter Umbau an. Beispielsweise werden die 6.379 Doppelglasfenster
nach und nach modernisiert, jeweils 50 Fenster pro Nacht. Zwischen die Scheiben
wird eine Folie eingefügt, die lichtdurchlässig ist, aber den Transfer von
Wärme verhindert. Dadurch reduziert sich der Wärmeverlust im Winter, im Sommer
hält sich das Aufheizen der Büros durch das feuchtheiße New Yorker Klima in
Grenzen.
Zusätzlich werden die Wände hinter den Heizkörpern
isoliert und in den Treppenhäusern und Fluren energiesparende Beleuchtung mit
Bewegungsmeldern installiert. Die Klima-anlagen für Kühlung und Belüftung sind
von den Mietern individuell einstellbar. Über das Internet kann der
Energie-verbauch und die Einsparung künftig abgerufen und mit dem Nachbarbüro
verglichen werden.
Die Besitzer der berühmten Immobilie möchten natürlich,
dass sich die Investition rentiert. Johnson Controls, die alle neuen Strom- und
Klimaanlagen des Gebäudes auch warten, garantiert vertraglich eine
Amortisationszeit von weniger als fünf Jahren.
Die eindrucksvolle Außenbeleuchtung wird trotz der
Stromspar-maßnahmen nicht abgeschaltet, dafür ist sie einfach zu schön!
Quelle: www.sueddeutsche.de
Link: http://www.sueddeutsche.de/,ra20m1/immobilien/419/465012/text/
Angelika Ocker