Nachdem Planer,
Prüfstellen, Gerätehersteller und Hygiene-Fachleute die neue DIN 1946 Teil 6 (Mai 2009) für
Wohnungslüftungsanlagen in einem gemeinsamen Arbeitsausschuss überarbeitet und
auch hinsichtlich der Hygieneanforderungen auf den neuesten Stand gebracht
haben, beschreibt diese nun ausführlich, wie Wohnungslüftungsanlagen hygienisch
korrekt geplant, installiert und betrieben werden.
Hierbei ist eine
ganzheitliche Betrachtungsweise von Wohnungslüftungsanlagen besonders wichtig,
d.h. alle für die Wohnungslüftung maßgebenden Einflussgrößen müssen bewertet und
berücksichtigt werden.
1.
hygienische Gerätekomponenten
Im
Rahmen der Geräteprüfung durch unabhängige Prüfstellen werden die
hygienischen Eigenschaften der Anlagenkomponenten geprüft und durch die Kennzeichnung „H“ (= Hygiene) dokumentiert. Bei Planung, Ausschreibung und Installation der Anlage
ist dadurch die Auswahl von geeigneten Komponenten einfach und für alle Beteiligten
nachvollziehbar.
2. Installation von Wohnungslüftungssystemen
Der
Fachbetrieb kann auf Grundlage der DIN 1946-6 eine hygienisch korrekte
Wohnungslüftungsanlage liefern und installieren. Standardisierte Vorlagen für
die Abnahme- und Übergabeprotokolle machen es dem Kunden einfach, den
Anlagenzustand zusammen mit dem Fachbetrieb zu bewerten. Eine entsprechende
„H“-Kennzeichnung der Anlage dokumentiert, dass die erweiterten hygienischen Anforderungen
eingehalten wurden.
3. Wartung und Instandhaltung
Besonders
wichtig für die dauerhafte Sicherstellung einer hygienischen
Wohnungslüftungsanlage ist natürlich die regelmäßige Reinigung, Wartung und
Instandhaltung der Anlage. In der DIN 1946 Teil 6 werden alle notwendigen
Tätigkeiten und Perioden sowie die Anforderungen an die Anlagendokumentation
und die Einweisung der zuständigen Personen beschrieben. Ein Wartungsvertrag mit
einer Fachfirma auf Basis der DIN 1946 Teil 6 würde darüber hinaus sicherstellen,
dass auch zukünftig alle Schritte, die für einen hygienisch einwandfreien
Betrieb der Lüftungsanlage notwendig sind, beachtet werden.
4. Checkliste zur Sicherstellung der Hygiene in
Wohnungslüftungsanlagen
Die
Häufigkeit der regelmäßigen Reinigung, Wartung und Instandhaltung ist individuell
unterschiedlich und hängt von verschiedenen Einflussgrößen ab. Zur Aufrechterhaltung
von Hygiene, Funktion und Qualität der Komfort-Wohnungslüftungsanlage wird nach der DIN 1946-6
empfohlen, die folgenden Maßnahmen regelmäßig mindestens in den angegebenen
Perioden durchzuführen, bzw. von einem Fachunternehmen durchführen zu lassen.
4.1. Gebäude
4.1.1. Zustand der Aussenluftdurchlässe alle 2 Jahre
4.2. Ventilatoren/Lüftungsgerät
4.2.1.
Zustand, Reinigung der Komponenten alle
2 Jahre
4.2.2.
Betriebsanzeigen funktionsfähig alle
2 Jahre
4.2.3.
Filter, Filterzustand, vorgeschriebene Filterklasse 2 mal jährlich
4.3. Zustand des Luftverteilsystems und der luftberührten Oberflächen,
Dichtungen und
Überströmeinrichtungen
(auch Luft-Erdwärmetauscher)
4.3.1.
Verschmutzungen alle
2 Jahre
4.3.2.
Korrosionen alle
2 Jahre
4.3.3.
Beschädigung von Oberflächen / Beschichtungen alle
2 Jahre
4.3.4.
Dichtigkeiten alle
2 Jahre
4.3.5.
Zustand der Wärmedämmung alle
2 Jahre
4.4. Luftfilter
4.4.1.
Kennzeichnung alle
2 Jahre
4.4.2.
Korrekter Einbau, Dichtigkeit alle
2 Jahre
4.4.3.
Funktion der Filterüberwachung alle
2 Jahre
4.5. Kondensatablauf
4.5.1.
Funktionsfähigkeit Kondensatablauf des Gerätes alle
2 Jahre
4.5.2.
Funktionsfähigkeit Kondensatablauf EWT alle
2 Jahre
4.6. Frostschutz-Abtauvorrichtung
4.6.1.
Funktionsfähigkeit alle
2 Jahre
4.6.2.
Sollwerteinstellung alle
2 Jahre
Ergänzende und optionale Maßnahmen zur Sicherstellung der Hygiene und Energieeffizienz, die bei Bedarf
durchgeführt
werden sollten:
4.7. Lüftungsgeräte
4.7.1.
Messung der elektrischen Leistungsaufnahme optional
4.7.2.
Messung der Luftvolumenströme optional
4.7.3.
Funktionsfähigkeit der Regelung und Sensoren optional
4.7.4.
Sicherheit der elektrischen Systeme optional
4.7.5. Befestigung, Körperschallübertragung optional

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