Heute möchte ich zwei Bereiche der Lüftungstechnik
ansprechen, die unmittelbar mit dem Wohnkomfort zu tun haben: Es geht um die
Luftfilterung und die Schalldämpfung von Geräuschen.
Wer eine Lüftungsanlage hat, wünscht sich sauber
gefilterte Frischluft, idealerweise auch ohne Pollen und andere Allergene.
Außerdem soll die Lüftungsanlage natürlich ohne störende Geräuschübertragung
arbeiten.
Daher ist Luftfilterung und Schalldämpfung für ein
zufriedenstellendes Lüftungssystem fast ebenso wichtig wie die Lüftungsleistung
der Ventilatoren.
Filter
Mit einer intelligent eingesetzten Filterung wird
nicht nur die Frischluft gereinigt, sondern auch das Lüftungssystem vor
Verschleiß geschützt. So sollten die Filter z.B. jeweils vor Ventilatoren und
Wärmetauscher platziert sein. Ein wichtiges Kriterium ist auch die gute
Zugänglichkeit der Filter, damit diese leicht gewechselt werden können. Es gibt
unterschiedliche Filterklassen, die sich auf die Filterfeinheit und damit auf
die Filterqualität beziehen. Es gilt: Je höher die Filterklasse, desto feiner
der Filter und desto mehr wird herausgefiltert. Allerdings bedeutet eine höhere
Filterklasse auch, dass der Filter schneller verschmutzt und sich „zusetzt“ und
deshalb auch öfter gewechselt werden muss. Zudem sind feinere Filter wesentlich
teurer.
Bei Konstantvolumenstromventilatoren, erhöht sich mit
Erhöhung der Filterfeinheit auch die Drehzahl der Ventilatoren (= höherer
Stromverbrauch und höherer Geräuschpegel).
Daher wird bedarfsgerecht in der Zuluft meist entweder
ein mittlerer Filter (z.B. G4), oder für Allergiker ein feinerer Filter (z.B.
F7) eingesetzt, in der Abluft reicht i.d.R. ein G4-Filter aus. Um eine
möglichst große Filterfläche zu erhalten (= längere Haltbarkeit) werden oft
Kassettenfilter mit gefalteten Filtermatten eingesetzt.
In der Tabelle ein kurzer Überblick über einige Filterklassen
mit Abscheidegrad (Tabelle.doc herunterladen )
Zum Vergleich die Partikelgrößen unterschiedlicher
Stoffe (sichtbar fürs menschliche Auge ab ca. 20 mm (Mikrometer):
Ruß: 0,01 bis 0,5
mm
Viren: 0,02 bis 0,5
mm
Bakterien: 0,2 bis 20
mm
Feinstaub: 1 bis 10
mm
Grobstaub: 2 bis 200
mm (und größer)
Pollen: 10 bis 100 mm
Menschenhaar: 20 bis 100 mm
Schalldämpfer
Schalldämpfer werden im
Bereich der Komfortlüftung dort eingesetzt, wo eine Schallübertragung von einem
Raum in den anderen verhindert werden soll, wo Strömungsgeräusche vermindert
werden sollen oder wo das Ventilatorengeräusch des Lüftungsgerätes unterdrückt
werden soll.
Eingesetzt werden z.B.
Telefonieschalldämpfer, Kulissenschalldämpfer oder auch schalldämpfende
Luftleitungen. Die Wirkungsweise ist wie folgt: Die Schallwellen, die für das
Geräusch verantwortlich sind, werden an einem schalldämpfendem Medium (z.B.
einer rauen, geriffelten, oder gewellten Oberfläche) gebrochen und können sich
so nicht weiter fortbewegen. Daraus folgt: ist eine Luftleitung glatt und
gerade, dann ist von einer leichteren Schallübertragung auszugehen (z.B. bei
Metallrohren). Wenn eine Luftleitung gebogen und gewellt ist, dann wirkt die
Leitung eher schalldämpfend. Aber: Je „ungerader“ die Leitung (und je schneller
die Luftströmung), desto höher ist der Luftwiderstand und desto höher ist auch
das Strömungsgeräusch. In solchen Fällen bieten folgende Ansätze eine Lösung:
~ angemessene Leitungs- bzw.
Systemdimensionierung
~ Leitungsmaterialien, die
zwar eine sehr glatte molekulare Oberflächenstruktur haben, aber dennoch
gewellt sind
~ Schalldämpfer, die
speziell auf die angeforderten Frequenzbereiche abgestimmt sind
Die sogenannten
Geräteschalldämpfer (zur Dämpfung der Ventilatorengeräusche) müssen immer
eingebaut werden. Auf Telefonieschalldämpfer (zur Verhinderung der
Schallübertragung von einem Raum zum anderen) kann verzichtet werden, wenn z.B.
Lüftungskanäle mit gewellter (=schalldämpfender) Innenoberfläche verwendet
werden.
Die Lautstärke von
Geräuschquellen wird mit der Einheit Dezibel (dB) bemessen. Gemeint ist der
Schalldruck (dB), bzw. genauer der Schalldruckpegel dB(A), welcher das Verhältnis
des Schalldrucks im Vergleich zu einem Bezugsschalldruck - der Hörschwelle
beschreibt. Dezibel ist eine logarithmische Größe. Das bedeutet, dass man
Schallpegel nicht einfach arithmetisch addieren kann.
Umgang mit Dezibel-Angaben:
+03 dB: Verdopplung der
Schallquellenanzahl
+07 dB: Verfünffachung der
Schallquellenanzahl
+10 dB: Verzehnfachung der
Schallquellenanzahl (= ca. doppelt so laut)
Als Beispiel:
10 dB(A): Blätterrascheln
30 dB(A): Flüstern
35 dB(A): Zimmerventilator
55 dB(A): Radio / TV in Zimmerlautstärke
60 dB(A): normales Gespräch
70 dB(A): Staubsauger
80 dB(A): starker Verkehrslärm
100 dB(A): Kreissäge /
Diskothek
Geräusche werden sehr
subjektiv als angenehm oder unangenehm empfunden.
Im Allgemeinen gilt in Wohn-
bzw. Schlafräumen ein Schalldruckpegel unter 25 dB(A) als leise und über 35
dB(A) als störend.
Hier noch einige
beeinflussende Faktoren, die mit Schallentwicklung im Zusammenhang stehen:
~ Schalldämpfer
(unterschiedliche Typen)
~ Ventilatoren, Drehzahl,
Volumenstrom
~ Leitungs- und
Systemmaterialien (z.B. Wickelfalzrohre, Kunststoffleitungen)
~ Luftwiderstände durch
Leitungsverlegung
~ Installationsschächte und
andere Hohlräume (Resonanzkörper!)
~ Wand- oder Deckendicke
~ Sauberkeit des Systems
~ Verteilerdrosselung
Steffen Gräbe

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